54. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung 13.-17. Mai 2026, Bamberg
100 Jahre Koldewey-Gesellschaft. Bauforschung als Disziplin der Architektur
54. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, 13.-17. Mai 2026, Bamberg
Das 100-jährige Gründungsjubiläum der Koldewey-Gesellschaft steht im Fokus der Tagung, die 2026 in Bamberg stattfinden wird. Dabei geht die Historische Bauforschung auf viel ältere Forschungstraditionen zurück und stellt eine der ältesten Forschungsdisziplinen innerhalb des Faches Architektur dar. Ihre heutigen Methoden der Erfassung und Rekonstruktion historischer Bauten gründen auf der Arbeit italienischer Architekten des 15. und 16. Jahrhunderts, die mithilfe detaillierter Bauaufmaße versuchten, die antiken griechisch-römischen Bautraditionen besser zu verstehen und eigene architektonische Ansätze daraus zu entwickeln. Die Befassung mit antiken Architekturen war in diesem Sinne bis ins 19. Jahrhundert hinein maßgeblich für die Arbeit historisch forschender Architekten, bis die langsam aufkeimenden Ideen des Denkmalschutzes den Blick der Forschenden auch auf eigene (jüngere) Bautraditionen verschiedener europäischer Länder ausweitete. Mit der weitgehenden Loslösung des architektonischen Entwurfs von historischen Vorbildern und Bautraditionen im frühen 20. Jahrhundert wurde die Bauforschung zunehmend zu einer eigenständigen akademischen Disziplin, deren überwiegend archäologische Fragestellungen kaum mehr auf paradigmatische Entwicklungen innerhalb der Architektur Einfluss nahmen.
Unter diesen Vorzeichen wurde vor 100 Jahren die Koldewey-Gesellschaft als Zusammenschluss archäologisch forschender Architekten gegründet, die zu einem guten Teil auch als Lehrer an Architekturschulen tätig waren. Vorausgegangen war die bekannte kritische Standortbestimmung Armins von Gerkan zur Lage der archäologischen Bauforschung in Deutschland, bei der es ihm vorrangig um die Behauptung der Bauforschung als eigenständige Disziplin gegenüber der Archäologie ging. Wichtig und nicht unumstritten war die bis heute gültige primäre Selbstverortung in der Architektur (und nicht bei den Altertumswissenschaften).
Das Jubiläum soll Anlass für eine erneute selbstkritische Standortbestimmung unseres Fachs sein, die sowohl die historische Entwicklung als auch die gegenwärtige Situation in den Blick nimmt: Was waren wegweisende Forschungsfragen und Projekte der Bauforschung, welche inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte prägten die vergangenen 100 Jahre? Wer waren richtungsgebende Protagonistinnen und Protagonisten, und welchen Einfluss hatten sich wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf Themen und Methoden? Gab es Sackgassen oder Irrtümer, die zu neuen Sichtweisen geführt haben? Und schließlich: Wo steht unser Fach inhaltlich und methodisch heute, und wo positioniert es sich innerhalb der Ausgangsdisziplin Architektur?
Das Programm, das auch den Link zur digitalen Teilnahme an der Tagung enthält, finden Sie hier zum Download.
Externe ZuhörerInnen sind selbstverständlich herzlich willkommen!
54. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, 13.-17. Mai 2026, Bamberg
Das 100-jährige Gründungsjubiläum der Koldewey-Gesellschaft steht im Fokus der Tagung, die 2026 in Bamberg stattfinden wird. Dabei geht die Historische Bauforschung auf viel ältere Forschungstraditionen zurück und stellt eine der ältesten Forschungsdisziplinen innerhalb des Faches Architektur dar. Ihre heutigen Methoden der Erfassung und Rekonstruktion historischer Bauten gründen auf der Arbeit italienischer Architekten des 15. und 16. Jahrhunderts, die mithilfe detaillierter Bauaufmaße versuchten, die antiken griechisch-römischen Bautraditionen besser zu verstehen und eigene architektonische Ansätze daraus zu entwickeln. Die Befassung mit antiken Architekturen war in diesem Sinne bis ins 19. Jahrhundert hinein maßgeblich für die Arbeit historisch forschender Architekten, bis die langsam aufkeimenden Ideen des Denkmalschutzes den Blick der Forschenden auch auf eigene (jüngere) Bautraditionen verschiedener europäischer Länder ausweitete. Mit der weitgehenden Loslösung des architektonischen Entwurfs von historischen Vorbildern und Bautraditionen im frühen 20. Jahrhundert wurde die Bauforschung zunehmend zu einer eigenständigen akademischen Disziplin, deren überwiegend archäologische Fragestellungen kaum mehr auf paradigmatische Entwicklungen innerhalb der Architektur Einfluss nahmen.
Unter diesen Vorzeichen wurde vor 100 Jahren die Koldewey-Gesellschaft als Zusammenschluss archäologisch forschender Architekten gegründet, die zu einem guten Teil auch als Lehrer an Architekturschulen tätig waren. Vorausgegangen war die bekannte kritische Standortbestimmung Armins von Gerkan zur Lage der archäologischen Bauforschung in Deutschland, bei der es ihm vorrangig um die Behauptung der Bauforschung als eigenständige Disziplin gegenüber der Archäologie ging. Wichtig und nicht unumstritten war die bis heute gültige primäre Selbstverortung in der Architektur (und nicht bei den Altertumswissenschaften).
Das Jubiläum soll Anlass für eine erneute selbstkritische Standortbestimmung unseres Fachs sein, die sowohl die historische Entwicklung als auch die gegenwärtige Situation in den Blick nimmt: Was waren wegweisende Forschungsfragen und Projekte der Bauforschung, welche inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte prägten die vergangenen 100 Jahre? Wer waren richtungsgebende Protagonistinnen und Protagonisten, und welchen Einfluss hatten sich wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf Themen und Methoden? Gab es Sackgassen oder Irrtümer, die zu neuen Sichtweisen geführt haben? Und schließlich: Wo steht unser Fach inhaltlich und methodisch heute, und wo positioniert es sich innerhalb der Ausgangsdisziplin Architektur?
Das Programm, das auch den Link zur digitalen Teilnahme an der Tagung enthält, finden Sie hier zum Download.
Externe ZuhörerInnen sind selbstverständlich herzlich willkommen!
Meldung vom 01.12.2025
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